Zukunft der Industrie im Dialog sichern

Berlin. Die Industrie stellt in Deutschland eine zentrale Säule für Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Beschäftigung dar. Trotz aktueller Stärke unterliegt sie einem weitreichenden Strukturwandel. Protektionismus einzelner Industrieländer, neue Geschäftsmodelle der Plattformökonomie, neue Herausforderungen für den Mittelstand, Digitalisierung, Klimaschutz-Regulierung, demografische Entwicklung und sinkende Industrieakzeptanz erfordern eine Industriepolitik, die gemeinsam gestaltet werden muss.

Wer Deutschland auch längerfristig als Industrieland erhalten will, muss den Wert und die Bedeutung der Industrie für unser Land verdeutlichen, so das N3tzwerk Zukunft der Industrie. In diesem N3tzwerk haben sich Industrie- und Arbeitgeberverbände, Industriegewerkschaften, Kammern zusammengeschlossen, um gemeinsam die Herausforderungen der nächsten Jahre zu bewältigen. Das Credo des N3tzwerkes: Nur im Dialog zwischen Unternehmen, Beschäftigten, Bürgern und Politik wird es gelingen, dauerhaft erfolgreiches Industrieland zu bleiben. Dieser Dialog ist nicht nur ein Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Er muss auch da stattfinden, wo Industrie stattfindet: In den Regionen und Kommunen.

Im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat ein Konsortium aus N3tzwerk Zukunft der Industrie e.V., Prognos AG und Operation Apps GmbH ein Jahr lang den „Gesellschaftlichen Dialog zur Zukunft der Industrie“ in sechs Modellregionen begleitet, unterstützt und gefördert. Dabei wurden Erkenntnisse über Struktur, Strategien, Akteure und Themen gewonnen, die so bislang noch nicht analysiert worden sind. Ferner konnte das Konsortium die Gründung von Industrie-Initiativen unterstützen, um Industriearbeitsplätze und –standorte in einzelnen Regionen zu erhalten. Das Konsortium hat 40 regionale Industrie-Initiativen bundesweit ermittelt, die sich mit den Themen Industrieakzeptanz, Standortsicherung und Bewältigung des Strukturwandels auseinandersetzen und vielfach im Dialog mit den Bürgern stehen.

In regelmäßigen Treffen des N3tzwerks konnten sich diese Industrie-Initiativen austauschen. Auf einer Wissensplattform erhalten die Akteure Tools und Instrumente, „Good Practice“-Beispiele, einen Leitfaden, eine Werkzeugkiste und eine interaktive Landkarte. Sie geben einen schnellen Überblick und tiefergehende Informationen zu den Initiativen und -bündnissen in Deutschland.

Ein bundesweiter Dialog über Leitmotive und Ziele der Wirtschafts- und Industriepolitik kann den Dialog zwischen regionalen industriepolitischen Akteuren unterstützen und vernetzen. Die zukünftige Bundesregierung sollte, ebenso wie die Landesregierungen, den gesellschaftlichen Dialog zur Zukunft der Industrie weiter vorantreiben, fordern Vertreter der regionalen Initiativen anlässlich einer Tagung in Berlin. Eine bundesweite Einrichtung könne die Initiativen vernetzen und den Austausch und den Dialog auch mit Bürgerinnen und Bürger sicherstellen.