Thüringen: Bündnis für Industrie

Das „Bündnis für Industrie Thüringen“ wurde am 20.9.2016 auf Initiative des Thüringer Wirtschaftsministers Wolfgang Tiefensee gegründet.

Mitglieder des Thüringer Bündnisses für Industrie sind:

  • das Thüringer Ministerium für Wirtschaft,Wissenschaft und Digitale Gesellschaft,
  • der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen (VMET),
  • die IG Metall Bezirk Mitte,
  • der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT)
  • und der Deutsche Gewerkschaftsbund Bezirk Hessen-Thüringen.

 

Die Gründung des Bündnisses war von Beginn an eng insbesondere auch an die Arbeit des Bündnisses „Zukunft der Industrie“ unter Federführung des BMWi angelehnt. Hierzu dient auch die Kooperation mit dem Netzwerk „Zukunft der Industrie“.

Herausforderungen des Industriestandorts

Thüringen hat als ostdeutsches Bundesland nach der Wende einen tiefgreifenden Strukturwandel durchlaufen. Diesen hat das Land erfolgreich bewältigt und eine dynamische und leistungsfähige Industrie mit hoher Beschäftigung aufbauen können. Mit 23 % Anteil an der Bruttowertschöpfung liegt die Thüringer Industrie heute sogar knapp über dem deutschen Durchschnitt.

Trotz dieser positiven Entwicklungen steht Thüringen aber auch in mehrfacher Hinsicht vor neuen Herausforderungen wie Strukturproblemen in der Wirtschaft und dem langfristig sinkenden Erwerbspersonenpotenzial infolge des demographischen Wandels. Als eine der aktuell zentralen Herausforderungen kommt neben der Digitalisierung die Transformation/Konversion der Automobilindustrie hinzu. Aufgrund der Wirtschaftsstruktur wird diese eine besondere Tragweite haben und die Wirtschaft des Landes signifikant verändern. Dazu bedarf es einer intensiven öffentlichen Diskussion.


Das Thüringer Bündnis für Industrie

Das Thüringer Bündnis für Industrie will dazu beitragen, die für die Thüringer Industrie bestehenden Herausforderungen gemeinsam anzunehmen. Ziel ist es, kooperative Lösungen zu finden, um den Strukturwandel der Automobil- und Automobilzulieferindustrie unter den spezifischen Bedingungen des Freistaates aktiv zu gestalten und so innovativ ausgerichtete Investitionen zu fördern und bestehende Industriearbeitsplätze zu sichern sowie neue zu schaffen.

 

Stimmen aus dem Bündnis für Industrie in Thüringen:

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee:

„Die industrielle Entwicklung Thüringens ist eine Erfolgsgeschichte. Die In­dustrie ist der Wachstums- und Beschäftigungsmotor der Thüringer Wirt­schaft. Mehr als 170.000 Beschäftigte in 1.800 Betrieben erwirtschaften hier einen Jahresumsatz von 33 Milliarden Euro. Es gibt jedoch viele strukturelle, technologische und gesellschaftliche Herausforderungen, denen sich die Unternehmen und ihre Beschäftigten heute und künftig gegenübersehen. Wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, neue Potentiale erschließen und die Akzeptanz der Industrie verbessern wollen, müssen wir gute Antworten auf diese Herausforderungen finden. Was wir brauchen, ist deshalb nicht weniger als ein neuer industriepolitischer Dialog – zwischen Politik, Unternehmensverbänden und Gewerkschaften. Das Thüringer Bündnis für Industrie ist der Ort, an dem wir diesen Dialog mit den Akteuren regelmäßig und direkt führen wollen.“

Stephan Fauth, VWT-Hauptgeschäftsführer:

„Das Thüringer Bündnis für Industrie ist das regionale Pendant zum bundes­weiten Bündnis. Ziel ist es, die Interessen der Industrie deutlich zu machen, Arbeitsplätze zu sichern und Rahmenbedingungen zu schaffen, dass neue entstehen können. Damit das gelingt, werden gemeinsame Themen aufge­griffen, die regional spezifisch sind. Dazu gehören die Übertragung von Netzentgelten Ost, Bildung und Qualifizierung."

IG Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger:

„Die Thüringer Metall- und Elektroindustrie hat sich in den vergangenen Jah­ren gut entwickelt, hat aber auch nach wie vor einige strukturelle Probleme. Diese wollen wir im Thüringer Bündnis für Industrie ebenso diskutieren und angehen wie die Herausforderungen, die durch die Digitalisierung der Wirt­schaft auf die Beschäftigten zukommen. Wir haben aber auch über sehr ak­tuelle Probleme zu sprechen wie z. B. das schwierige Verhältnis zwischen den Automobilherstellern und den Zulieferern.“

Gabriele Kailing, DGB-Bezirksvorsitzende Hessen-Thüringen:

„Das Thüringer Bündnis für Industrie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem engeren Austausch zwischen den Gewerkschaften, den Arbeitgebern und der Thüringer Landesregierung. Thüringens Industrie steht vor Heraus­forderungen, etwa durch die Digitalisierung, die wir nur gemeinsam angehen können. Bestehende Arbeitsplätze sollen gesichert und neue geschaffen werden. Thüringen soll sich national und international zu einem der führen­den Innovations- und Produktionsstandorte entwickeln. Dazu sind Mitbestim­mung und Tarifbindung unerlässlich, insbesondere dann, wenn es um die Fachkräftesicherung geht. Die Voraussetzungen für gute Arbeit und faire Entlohnung – eine funktionierende Tarifautonomie und Mitbestimmungs­modelle, erfolgreiches Unternehmertum und innovative Produkte – sind gegeben. Diese müssen weiter gestärkt und für noch mehr Arbeitneh­merinnen und Arbeitnehmer erfahrbar gemacht werden.“