Krefeld: Zukunft durch Industrie – Initiative Krefeld

Die Initiative „Zukunft durch Industrie“ ist ein Bündnis von Unternehmen, Gewerkschaften, Verbänden und der Stadt. Die Partner arbeiten eng zusammen, um den Dialog mit der gesamten Stadtgemeinschaft zu führen.

Träger der Initiative sind:

  • die IHK Mittlerer Niederrhein,
  • der Deutsche Gewerkschaftsbund und
  • die Unternehmerschaft Niederrhein e.V.

Die Geschäftsstelle führt die IHK Mittlerer Niederrhein. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Krefeld. Zur Koordination und Kommunikation der Aktivitäten wurde ein Sprecherausschuss eingerichtet.

Herausforderungen des Industriestandorts

Die Stadt Krefeld ist ein attraktiver Standort mit einer leistungsfähigen Wirtschaft. Gleichzeitig befindet sich der Standort im Strukturwandel. Der Anteil der produzierenden Wirtschaft ging von 34 Prozent im Jahr 2007 auf 30 Prozent im Jahr 2017 zurück. Zur selben Zeit haben sich die Industriestrukturen verschoben. Der Wirtschafts- und Industriestandort Krefeld war traditionell untrennbar mit der Textilindustrie verbunden. In der Textilindustrie arbeiten gegenwärtig nur noch 0,7 Prozent der Beschäftigten Krefelds. Stattdessen ist die industrielle Landschaft nun von anderen Wirtschaftszweigen wie Chemie (7,4 Prozent der Beschäftigten), Metallerzeugung und Herstellung von Metallerzeugnissen (rund 4,1 Prozent) und Maschinenbau (3,3 Prozent) geprägt. 

Trotz dieser Veränderungen ist die industrielle Basis auch heute noch von außerordentlicher Bedeutung für die Stadt Krefeld. Der Anteil der Industrie an der Gesamtbeschäftigung liegt bei rund 25 Prozent, wobei die Exportquote mit fast 61 Prozent hoch ist. Die Unternehmen und ihre Beschäftigten tragen in erheblichem Maße zum Wohlstand und zur Entwicklung der Stadt bei. Die Industrieunternehmen bieten eine Vielzahl von Ausbildungsplätzen und Weiterbildungsmöglichkeiten und engagieren sich in Schule, Ausbildung und Hochschule. In den insgesamt 360 Krefelder Industriebetrieben arbeiten insgesamt 21.500 Menschen.

Die Industrie in Krefeld steht vor diesem Hintergrund vor mehrfachen Herausforderungen. Sie benötigt zum einen gute Rahmenbedingungen, um erfolgreich zu sein und wachsen zu können. Zum anderen mangelt es an Akzeptanz für die Bedürfnisse der Industrie. Die Bedeutung der Industrieunternehmen für die Stadt ist den Menschen kaum noch bewusst. Wie eine Umfrage der IHK Mittlerer Niederrhein ergeben hat, kennt die Krefelder Bevölkerung kaum noch industrielle Produkte, die aus der Region kommen. Gleichzeitig stoßen die notwendigen Projekte der Unternehmen immer öfter auf Skepsis bei den Bürgern.

Die Industrieinitiative „Zukunft durch Industrie – Initiative Krefeld“

Die Initiative „Zukunft durch Industrie“ steuert gegen diese Entwicklungen. Ziel ist es, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und industrielle Abläufe und Entscheidungen transparenter zu machen. Um das Bekenntnis der beteiligten Akteure zur Industrie zum Ausdruck zu bringen, hat die Initiative ein Leitbild entwickelt, das Akzeptanz und Dialog mit den Bürgern als die wesentlichen Eckpfeiler für die erfolgreiche Entwicklung der Industrie definiert.

Das Leitbild beinhaltet die folgenden Punkte: 

  • mit einem offenen Dialog bei Bürgern ein Bewusstsein für den Nutzen und den Wert der Industrie schaffen
  • hierbei Anregungen und Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigen,
  • die Produktionsunternehmen und deren Ziele transparent machen,
  • bei jungen Menschen und Multiplikatoren das Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Zusammenhängen mit ihrer Bedeutung für Ökonomie und Ökologie wecken,
  • sich für eine nachhaltige Standort-, Verkehrs- und Flächenpolitik in Krefeld einbringen. 

Inhaltlich hat die Initiative fünf Themen gesetzt, die in den nächsten Jahren kooperativ vorangebracht und mit den Bürgern diskutiert werden sollen:

  1. Infrastruktur ausbauen und Flächen bereitstellen,
  2. Energiewende effizient und EU-Richtlinien maßvoll umsetzen,
  3. Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen,
  4. Fachkräfte sichern und in Bildungsqualität investieren,
  5. Verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.

Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt bildet die Kooperation von Schule und Wirtschaft, die darauf zielt, Schüler in Kontakt zu Unternehmen zu bringen und ihnen einen Einblick ins Berufsleben zu ermöglichen. Nicht nur die Schüler, auch die Unternehmen profitieren von diesen Kontakten, indem sie für eine Ausbildung werben können und ihre Suche nach Auszubildenden erleichtert wird. Inzwischen haben sich infolge dieser Aktivitäten zahlreiche „Lernpartnerschaften“ im Kooperationsnetz Schule – Wirtschaft am Mittelrhein gebildet.